Am 21. August 2019 wurde das Wassertretbecken im Hohensteiner Ortsteil Born in Betrieb genommen. Viele Helfer und Akteure neben der Freiwilligen Feuerwehr und dem Bauhof der Gemeinde Hohenstein waren im Vorfeld im Einsatz und haben die Anlage so hergerichtet, wie sie sich jetzt präsentiert. Bürgermeister Daniel Bauer, Ortsvorsteherin Barbara Wieder und Andreas Ott, Vorsitzender des Kneipp-Verein Bad Schwalbach/Rheingau-Taunus e.V. würdigten das Zusammenwirken von Vereinen und Privatpersonen zum Gelingen dieses Projektes. Kursleiter Jörg Jansen hatte Andreas Ott hierher geführt und auf diese „Wasserstelle“ aufmerksam gemacht.

Zahlreiche Borner Bürger und die kneipp-zertifizierte Kindertagesstätte „Villa Kunterkunt“ aus Holzhausen/Aar mit Erzieherinnen und Kindern trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Die Kids trugen zwei Wasserlieder vor. Ortsbeiratsmitglieder und örtliche Vereinsmitglieder hatten ein Buffet und Getränke organisiert, was gerne angenommen wurde.

Ein Tisch mit Bank vor dem Becken lädt zum Verweilen ein und wird sicher nicht nur von der Borner Bevölkerung genutzt werden. Anpflanzungen in Blumenkästen runden das schöne Ambiente ab.

Für alle, die sich noch nicht mit „Kneippen“ auskennen finden sich auf einer Tafel Anwendungshinweise.

So ist die über 100 Jahre alte Quelle „Pfingstborn“ zu neuem Ruhm gelangt. (Hannelore Schmiechen)

Foto: Martin Fromme

 

Aus Born berichten hierüber Margit Wiche und Barbara Wieder:

Ein Dornröschen ist erwacht

 

Der Pfingstborn, im Süd-Osten, am Ende der nach ihm benannten Straße des Hohensteiner Ortsteils Born gelegen, gelangt zu neuem Ruhm.

 

Wie den Notizen des verstorbenen „Ortschronisten“ Helmut Hertel zu entnehmen, half sein Wasser in der Vergangenheit den Menschen und Tieren über so manchen Wassernotstand hinweg, denn seine Quelle sprudelte auch bei der größten Trockenheit.

Vermutlich bekam er seien Namen, da in den vergangenen Jahrhunderten zu Pfingsten große Frühlingsfeste an Brunnen gefeiert wurden. Dem Wasser, insbesondere dem Wasser der Pfingstbrunnen, sprach man besondere segenspendende Kräfte sowie die Steigerung der Fruchtbarkeit zu.

Bei notwendigen Arbeiten am nahegelegenen Abwasserkanal im Jahre 1995 wurde zur Verhütung von Unfällen die Brunnensohle angehoben, bedauerlicherweise fließt ein Teil des Quellwassers seitdem unterirdisch ab.

 

Im Jahr 2003 wurde das Becken auf Initiative des damaligen Borner Gemeindevertreters Herbert Großmann saniert und die Mauer erhöht. Als der Vorsitzende des Kneipp-Vereins Rheingau-Taunus, Andreas Ott, zum ersten Mal vor dem Becken stand war er total begeistert. Der Borner Jörg Jansen, selbst Mitglied im Kneipp-Verein, hat ihn auf den Platz aufmerksam gemacht und ihm das Becken gezeigt. Solch ein Naturbecken mit natürlichem Zu- und einem geregelten Ablauf findet man ganz selten und in Born schlief es über Jahrzehnte unerkannt einen Dornröschenschlaf. Jörg Jansen erkannte das Potenzial und hat sich auch bereit erklärt, in Zukunft mit für die Säuberung des Beckens zu sorgen.

Nun  erstrahlt der Pfingstborn auf Initiative des Kneipp-Vereins in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hohenstein und dem Ortsbeirat Born und fungiert ab sofort als Wassertretbecken, nach einer Idee des berühmten Pfarrers Sebastian Kneipp. Dazu war ein Auspumpen und Säubern des Beckens erforderlich, um den jetzt angebrachten Handlauf setzen zu können. Die Freiwillige Feuerwehr Born erklärte sich dankenswerter Weise bereit, das Säubern und Pumpen zu übernehmen. Dies gestaltete sich schwieriger, als gedacht – trat doch sofort nach dem Leerpumpen wieder Wasser ein, was das Setzen des Handlaufs durch Fa. Poths in Hohenstein-Steckenroth deutlich erschwerte.

Jetzt zieren eine Bank und einen Tisch den Platz vor dem Becken und ein Schild des Kneipp-Vereins informiert jeden über das richtige „Kneippen‘“.

Bei der offiziellen Eröffnung erfreuten die Kinder und Erzieherinnen der kneipp-zertifizierten Kindertagesstätte aus Hohenstein-Holzhausen die anwesenden Gäste mit einem Wasserlied und drehten dann auch selbst fröhlich zusammen mit Bürgermeister Bauer und dem Vorsitzenden des Kneipp-Vereins Rheingau-Taunus, Andreas Ott, einige erfrischenden Runden. Das Becken hat eindeutig Potenzial, sich zu einem beliebten Treffpunkt in Born zu entwickeln. Wenn man am Spätnachmittag bzw. den frühen Abendstunden das Tretbecken aufsucht, hat man keine Chance, allein seine Runden drehen zu können. Im Gegenteil, man trifft auf allerlei begeisterte Menschen (nicht nur Borner), die freudig im Storchengang durch das Becken gehen. Und nicht nur das: Das Tretbecken entwickelt sich zu einem „Ehrenamtsobjekt“. Borner Bürgerinnen und Bürger haben sich angeboten, das Becken zu säubern, neue Schiefersteine für einen trittsicheren Untergrund zu setzen, die frisch angepflanzten Blumen zu gießen, Unkraut zu jäten bzw. den Weg zum Becken regelmäßig zu mähen. Wunderbar, was sich hier entwickelt hat!

Text: Margit Wiche/Barbara Wieder